Verteidiger von I. W. greift Bundesgericht an

| Do, 16. Nov. 2017

Der Fall I. W. ist zum dritten Mal vor Urner Obergericht. Durch das Bundesgerichtsurteil sei der Fall materiell entschieden, findet der Oberstaatsanwalt. «Auch das Bundesgericht ist nicht unfehlbar», entgegnet der Verteidiger.

Am Donnerstag, 16. November, hat die Verhandlung gegen I. W. vor Urner Obergericht begonnen. Bereits zum dritten Mal beschäftigte sich das Urner Obergericht mit der Frage, ob I. W. im Jahr 2010 die Ermordung seiner damaligen Frau in Auftrag gegeben hat. Über der Verhandlung schwebte das Urteil des Bundesgerichts von diesem April, welches den 2016 gesprochenen Freispruch von I. W. aufgehoben und eine aufgekommene Komplotttheorie mit scharfen Worten verworfen hatte. Das Bundesgericht habe mit seinem Urteil seine Befugnisse weit überschritten, meinte Verteidiger Linus Jäggi. Es habe sich inhaltlich zum Fall geäussert, ohne die Akten ausführlich studiert zu haben. Er appellierte an das Gewissen der Oberrichter, die bei ihrem Urteil ja Zweifel an der Schuld von I. W. gehabt hätten. «Das Bundesgericht ist nicht unfehlbar», sagte er. Verschiedene Beweisanträge des Verteidigers, welche sich mit der Komplotttheorie befasst hätten, wurden durch das Gericht jedoch mit Verweis auf das Bundesgerichtsurteil nicht zu den Akten genommen. Entsprechend siegessicher zeigte sich Oberstaatsanwalt Thomas Imholz. Das Urteil des Bundesgerichts sei derart eindeutig und klar, dass es das Urteil des Obergerichts materiell praktisch schon vorweggenommen habe. «Der Fall I. W. ist entschieden», sagte Thomas Imholz. I. W. sei zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren und einer Busse von 1000 Franken zu verurteilen, forderte der Oberstaatsanwalt. Der Verteidiger verlangt weiterhin einen Freispruch. Die Verhandlung wird am Montag, 20. November, fortgesetzt.

Mehr dazu in der Ausgabe vom 18. November 2017.

Mathias Fürst

Kategorie: 

Kommentare

In der UZ stand, dass gegen den bereits rechtskräftig Verurteilten Sasa S. Anklage wegen Falschbeschuldigung erhoben wurde. Da müssen sich gewisse Medien und Journalisten vermutlich warm anziehen.

Neuen Kommentar schreiben

CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und automatisiertem Spam vorzubeugen.

Kommende Events

Stellen

Immobilien

Diverses