Steve Gisler schafft Qualifikation für Hawaii

Einmal im Leben am Ironman in Hawaii am Start stehen. Das Ticket für Hawaii konnte Steve Gisler einen Tag nach seinem Erfolg in Zürich in Empfang nehmen.
14.07.2009
Der Erstfelder Steve Gisler hat allen Grund zur Freude. Am Ironman in Zürich konnte er sich am vergangenen Sonntag, 12. Juli, für die Teilnahme an den Ironman-Weltmeisterschaften in Hawaii qualifizieren. 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer auf dem Velo und anschliessend 42,2 Kilometer laufen - dafür benötigte der Ausdauersportler, der in den Jahren 2004, 2006 und 2007 als Einzelsportler am Swisspower Gigathlon teilnahm, gerade mal 9 Stunden, 12 Minuten und 57 Sekunden. Eine ausgezeichnete Leistung, die ihm neben der Qualifikation für Hawaii auch den Sieg seiner Kategorie (M45) einbrachte.

Die zahlreichen Blasen an den Füssen vermögen die Freude des Ausdauersportlers nicht zu trüben. «Es ist das erste Mal, dass ich mit dem Ziel, die Qualifikation für Hawaii zu schaffen, nach Zürich gefahren bin. Dass ich das nun erreicht habe, freut mich natürlich riesig», bestätigt Steve Gisler. «Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen! Es ist einfach wunderschön, dass alles geklappt hat.»

Gleichzeitig verschweigt er aber nicht, dass er sich dieses Ziel ohne die Unterstützung durch seinen Bruder Beat, Velos-Motos Gisler, und weiterer Personen gar nie hätte setzen können. «Ich bin 100-Prozent arbeitstätig und Familienvater. Ich könnte mir diese Reise nach Hawaii und den Start an diesem Megaevent gar nicht leisten.»

Dankbar zeigt sich Steve Gisler auch, dass ihn seine Frau Sonja und seine beiden Kinder immer wieder unterstützen.» In Zürich dabei zu sein, war für Sonja Gisler ganz wichtig. Sie selber bestätigt: «Zuhause hätte ich es kaum ausgehalten.»

Wie in einer Waschmaschine

Der Druck, die Qualifikation für Hawaii erreichen zu wollen, hätte ihn besonders vor dem Start in Zürich schon belastet. Am Tag nach seiner Topleistung blickt er befreit zurück. «Etwa 20 Personen aus meinem Umfeld haben mich angefeuert, und ich durfte spüren, dass sie alle an mich glauben», erinnert sich Steve Gisler.

Besonders hart seien für ihn die 3,8 Kilometer schwimmen gewesen. «Alle waren so dicht ineinander gedrängt. Ich fühlte mich wie in einer Waschmaschine», beschreibt der 45-jährige Erstfelder. «Nach den ersten 90 Kilometern auf dem Fahrrad spürte ich, dass mir die gewohnte Spritzigkeit etwas fehlte.»

Der Blick auf die Uhr beruhigte ihn jedoch - er war zeitlich sehr gut drin. «Wenn nun alles rund läuft, schaffe ich es!» Getragen von diesen Gedanken bewältigte er auch die zweite Runde auf dem Fahrrad, bevor er auch noch vier Runden laufend zu absolvieren hatte. «Den Marathon konnte ich schön gleichmässig laufen. Es war eigentlich ein perfektes Rennen», bilanziert er.

Als «sehr speziell» behält er seine Gefühle bei der Rangverkündigung vom Montagmorgen im Albisgüetli in Erinnerung. «Es war wunderschön zuoberst auf dem Podest!»

Bis zum 10. Oktober, dem Start in Hawaii, will Steve Gisler sein Training im bisherigen Stil fortsetzen. «Heute kann ich von meiner langjährigen Wettkampferfahrung - früher als Langläufer - und der Fähigkeit, sehr gut auf meinen Körper hören zu können, profitieren», sagt Steve Gisler.

Und schon heute weiss er, dass er das Rennen in Hawaii so richtig geniessen will. «Für mich wird am 10. Oktober das Erlebnis und nicht so sehr der Wettkampf im Zentrum stehen», blickt der erfolgreiche Einzelsportler auf seinen nächsten Grosseinsatz.

Luzia Schuler-Arnold


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