Altdorf - Willisau: Kulturaustausch hin und her

Gemeinsamkeiten zwischen Willisau im Luzerner Hinterland und Altdorf an der europäischen Transitachse sind vorhanden: Gemeinden in Randregionen, die Öffnung suchen. Der Kulturaustausch Altdorf - Willisau will die Bedeutung des regionalen Kunstschaffens als kultureller Wert der Regionen ...
22.08.2002
eigen und die Zusammenarbeit zwischen Künstlerinnen und Künstlern fördern. 20 Kunstschaffende aus Uri und Luzern arbeiten am Kulturaustausch mit.

Fast zufällig sind die Kontakte zwischen Kunstschaffenden und den Kulturkommissionen der beiden Gemeinden Altdorf und Willisau entstanden. Beides sind Gemeinden in Randregionen, die Öffnung suchen. Willisau beweist dies seit Jahrzehnten mit «Jazz in Willisau». Kaum eine Koryphäe des zeitgenössischen Jazz, die nicht in Willisau aufgetreten wäre. Niklaus Troxler holt sich die Welt ins Landstädtchen. Altdorf hat in den letzten Jahren durch die Ausstellung «Memento» und die Lancierung des Festivals «Alpentöne» nationale Aufmerksamkeit erlangt.

Kulturelle Werte der Regionen aufzeigen

Kultur ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens, nicht nur in einer retrospektiven und traditionellen Form. Kunst ist eine Form von Identitätsfindung, kann ein Erkenntnisinstrument sein, kann die öffentliche Diskussion fördern und kann bewegen. Es braucht darum eine Kultur, die an(st)eckt, die nicht immer mehrheitsfähig ist und dies auch nicht sein will. Kultur hin und her will die Bedeutung des regionalen Kunstschaffens als kultureller Wert der Regionen aufzeigen, die Zusammenarbeit zwischen Künstlerinnen und Künstlern fördern, Begegnungen zwischen Kunstinteressierten beider Regionen ermöglichen und als Forum für bisher unbekannte Kunstschaffende dienen.

Ganz bewusst wurde keine thematische Ausstellung konzipiert. Der Konzeptverantwortliche, Christoph Hirtler, ist überzeugt, dass «Kultur hin und her» Konzept genug ist: «Gemeinsames wird ermöglicht, Gegensätzliches darf aufeinanderprallen und die Neugier auf das Andere, Neue soll wachsen.»

Haus für Kunst Uri und Rathaus Willisau

Das Haus für Kunst Uri und das Rathaus in Willisau werden die Hauptschauplätze dieses Kulturaustausches sein. Ein vielversprechendes Programm - farbig und übersichtlich gestaltet - vermittelt bereits heute einen Vorgeschmack: Das Künstlerduo Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger zeigen im Haus für Kunst Uri eine Rauminstallation, einen «Lebensraum» mit auf Wanderungen in Uri gesammelten Objekten. Marianne Kuster bestückt den Barockgarten des Hauses mit Hunderten von weissen Windrädchen und setzt damit dem Verkehrslärm der Gotthardstrasse eine poetische Gegenwelt entgegen. Alois Lichtsteiner zeigt seine stark abstrahierten Bergbilder. Gespannt darf man auch auf die Videoarbeiten von Irene Naef und Edwin Grüter sein. - In Willisau reagiert Adriana Stadler mit ihrem filigranen, farbigen und begehbaren Objekt auf Architekturelemente der Willisauer Schaalgasse. Im Dachstock des Rathauses sind die Videoinstalltion «Wild Roses» von Stefan Banz, und im Erdgeschoss das «Monitoriglu» von Andreas Wegmann und die Kugelbilder von Lea Achermann zu entdecken. Doch damit nicht genug, weitere Künstlerinnen und Künstler werden iin Altdorf oder in Willisau ihre Werke präsentieren. Durch das gemeinsame Ausstellen werden auch Kontakte zwischen Künstlerinnen und Künstlern gefördert und die Zusammenarbeit gepflegt.

Die Ausstellung im Rathaus in Willisau dauert vom 8. bis 29. September. Die Vernissage ist am Samstag, 7. September, um 17.00 Uhr. Im Haus für Kunst Uri wird die Ausstellung am Samstag, 14. September, um 17.00 Uhr eröffnet und dauert bis am 27. Oktober.

Beteiligte Künstler und Künstlerinnen

Aus dem Kanton Uri werden sich Lea Achermann, Heidi Arnold, Jürg Benninger, Pia Gisler, Marianne Kuster, Peter Regli, Luca Schenardi, Adriana Stadler, Andreas Wegmann und Daniel Wicky am Kulturaustausch beteiligen. - Stefan Banz, Charlotte Greber, Edwin Grüter, Eva Häfliger Kunz, Erwin Hofstetter, Gerda Steiner / Jörg Lenzlinger, Alois Lichtsteiner, Irene Naef, Ems Troxler und Franz Wanner, alle aus dem Kanton Luzern werden ihr künstlerisches Schaffen entweder in Altdorf oder in Willisau präsentieren.

Auf der Rathausbühne in Willisau wird am Samstag, 21. September, zu einem besinnlich-humoristischen Programm mit Geschichten über den Tyyfel, ds Graiss oder ds Sännätunschäli sowie über frevelhaftes Verhalten, sich rächende Naturgewalten und Un- oder Aberglaube eingeladen. Für diesen Kulturaustausch hat sich der Urner Schauspieler Walter Sigi Arnold mit den beiden Musikern Franz Steinmann und Eugen Rumi aus Willisau zusammengetan. Im Theater(uri) und im Kellertheater im Vogelsang stehen zweimal an einem Samstag, 5. und 19. Oktober, musikalische Rahmenveranstaltungen im Sinne des Kulturaustauschs auf dem Programm. Dabei werden Vreni Achermann, Carlo Gamma und Christian Hartmann; Ushma Agnes Baumeler und Peter Gisler; Christoph Gautschi, Christian Simmen und Tatiana Ferraro; sowie Vreni Stadelmann, Simon Kaufmann, Christoph Grob und Cédric Habermacher zu hören sein.

Luzia Schuler-Arnold


Meistgelesen

  • 01Göschener Gemeindepräsident tritt per sofort zurück
  • 02Gemeindeversammlung lehnt Teilrevision der Nutzungsplanung «Nätschen» ab
  • 03Alpabzug wird 2026 nicht durchgeführt
  • 04Kollegitheater überzeugt mit neuem Stück und starkem Auftritt
  • 05Urner Gesundheitskonferenz: Charta Palliative Care unterzeichnet
  • 06Urner Regierung spricht 100'000 Franken für «Max der Uristier»