Axentunnels sind bald fit für den Neat-Verkehr

Der Morschachtunnel ist erneuert. Seit Mitte Juni wird im Zweischichtbetrieb im Fronalptunnel gearbeitet. Ein Augenschein am dunklen Ort des Geschehens.
29.07.2008

Seit November 2007 erneuern die SBB die drei bergseitigen Axentunnels zwischen Brunnen und Flüelen. Die Arbeiten am Morschachtunnel sind bereits abgeschlossen, seit Mitte Juni wird im 2793 Meter langen Fronalptunnel gearbeitet. Was diese Arbeiten, die im Dezember ebenfalls abgeschlossen sein sollten, beinhalten, stellten die SBB und die mit den Erneuerungsarbeiten beauftragte Amberg Engineering AG gestern Dienstagvormittag, 29. Juli, den Medien vor. Als Ziele der Erneuerungsarbeiten nannte Willi Schmidlin, Gesamtprojektleiter Projekt-Management SBB, «die Erhaltung der Bausubstanz für die nächsten 50 Jahre». Neben dem Unterhalt an der Bausubstanz seien nach der Sanierung auch die heutigen Profilanforderungen erfüllt.

Mit den Arbeiten im Zeitplan

«Die bestehenden Fahrleitungsanlagen wurden bereits demontiert, und die Sanierung des Tunnelgewölbes ist abgeschlossen», erklärte Marc Hohermuth, Projekt- und Bauleiter Amberg Engineering AG. Gestern Dienstag wurde mit den Sohlenarbeiten begonnen. Mit Hilfe eines speziellen Gleis-umbauzugs «Puma 18» werden die Schienen - in 18 Meter lange Joche zerschnitten - und Schwellen ausgebaut. Danach kommt der «Vanoliner» zum Einsatz. Der Spezialbagger, eine sowohl gleis- als auch geländetaugliche Aushub- und Förderkomposition hebt den alten Schotter aus und belädt damit über das eigene Förderband die bereitstehenden Wagen. Täglich räumt er so bis 250 Laufmeter Tunnelsohle aus. Der gesamte Abtransport des Materials erfolgt Richtung Brunnen. «Ist der Schotter abgetragen», so Marc Hohermuth, «brechen wir den bestehenden Entwässerungskanal ab und erstellen eine neue unterhaltsfreundliche Sickerleitung». Die Tunnelsohle wird dafür grossflächig bis zu 30 Zentimeter abgefräst, bevor neuer Sohlenbeton eingebaut wird. Erneuert wird auch der Kabelkanal seitlich der Gleise. Marc Hohermuth bezeichnet die Logistik als grösste Herausforderung. «Die Planung der Abläufe ist auf einer Baustelle wie dieser entscheidend.»

Neue Schienen und Schwellen

Nach Abschluss der Sohlenarbeiten richtet ein weiterer Gleisbauzug, der «Puma 90», das neue Schotterbett her und baut die neuen Schienen und Schwellen ein. Zu guter Letzt werden die Kabel- und Fahrleitungen sowie die Selbstrettungsanlagen wieder eingebaut. So zum Beispiel ein Handlauf, die Notbeleuchtung und die Fluchtwegbeschilderungen. Allein für den Fronalptunnel wird mit einer Bauzeit von 26 Wochen gerechnet. - Bevor die SBB den Tunnel wieder in Betrieb nehmen, werden mittels Messfahrten umfassende Sicherheitsprüfungen und diverse messtechnische Aufnahmen vorgenommen.

Provisorischer Spurwechsel

Trotz der umfangreichen Arbeiten sollte eine Verlagerung von der Schiene auf die Strasse möglichst klein gehalten werden. Geprüft wurden deshalb insgesamt vier betriebliche Varianten. Schliesslich entschied sich die Bauherrschaft, aufgrund baulicher, betrieblicher und wirtschaftlicher Beurteilungen, für den vorgängigen Einbau eines provisorischen Spurwechsels - drei Weichen und eine Gleisverschwenkung - im «Franziskus» bei Morschach. Dieser wurde Ende Oktober 2007 in Betrieb genommen. Alle Tunnels können damit separat und zeitlich gestaffelt während Totalsperren erneuert werden. Im betroffenen Abschnitt wird der Bahnverkehr jeweils im Einspurbetrieb über ein Gleis abgewickelt.

Stutzeck-Axenbergtunnel

Bereits im Januar sollten dann die Arbeiten am Stutzeck-Axenbergtunnel in Angriff genommen werden. Mit seinen 3375 Metern ist er der längste der drei Axentunnels. Voraussichtlich im Dezember 2009 sollten auch diese Erneuerungsarbeiten beendet sein. Die Kosten für die Sanierung der drei Bahntunnels belaufen sich auf knapp 30 Millionen Franken.

Die Axentunnels wurden 1948 in Betrieb genommen, 66 Jahre nach dem seeseitigen Gleis am Axen, welches 1882, gleichzeitig mit der Gotthardbahn, eröffnet wurde. Das seeseitige Gleis haben die SBB in den Jahren 2003 und 2004 für die nächsten 30 Jahre erneuert.

Luzia Schuler-Arnold


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