mit beginnt eine einjährige Versuchsphase. Am Montag, 16. Februar, wurde an einer Pressekonferenz über das Konzept und die Finanzierung orientiert.Die Notwendigkeit eines Nachtbusses war bereits im Rahmen des ersten Jugendparlamentes thematisiert worden. Zunächst geschah aber nichts. Beim zweiten Treffen der Jungpolitikerinnen und Jungpolitiker wurde dieses Anliegen erneut aufs Tapet gebracht. Dies veranlasste die Verantwortlichen der Auto AG, sich ernsthaft mit diesem Thema zu befassen. Es wurden verschiedene Erhebungen vorgenommen, Umfragen in Auftrag gegeben, ein Konzept entwickelt und schliesslich die Finanzierung auf die Beine gestellt. «Mit der Einführung des Nachtbusses wollen wir unterstreichen, dass wir die Anliegen der Jungen ernst nehmen, denn sie sind nicht nur unsere heutigen, sondern auch unsere zukünftigen Kundinnen und Kunden», betonte der Verwaltungsratspräsident der Auto AG Uri, Hansjörg Felber. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, fügte er noch an, dass der Bus selbstverständlich von Nachtschwärmern jeden Alters benutzt werden kann.
Unterschächen-Flüelen-GöschenenDer Nachtbus startet jeweils in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 1.15 Uhr beim Telldenkmal in Altdorf. Von dort fährt er zunächst ins Schächental bis Unterschächen. Anschliessend kehrt er zurück zum Telldenkmal und fährt punkt 2.00 Uhr weiter nach Flüelen. Wendepunkt ist die Haltestelle Gruonbach (2.08 Uhr). Von dort aus geht es Richtung Süden das Reusstal hinauf bis zum Bahnhof Göschenen (3.00 Uhr). Einsteigen in den Nachtbus ist überall möglich. Die Rückfahrt ab Göschenen erfolgt aus Kostengründen auf der Autobahn, weshalb eine Bedienung der Haltestellen nicht möglich ist. Betriebsleiter Urs Haener wies darauf hin, dass es sich bei den Nachtstunden von Samstag auf Sonntag um die teuerste Betriebszeit handelt. Zum Grundlohn des Chauffeurs kommt ein 30-prozentiger Zeitzuschlag sowie eine Nacht- und Sonntagszulage.
Jeder Fahrgast zahlt nur 6 Franken Die Verantwortlichen rechnen mit Kosten von 30 000 Franken im Jahr. Finanziert wird der Nachtbus einerseits durch den Fahrpreis. Dieser beträgt 6 Franken pro Fahrgast, egal wohin er fährt. Es gibt also keinen Streckentarif wie bei den anderen Linien. Bestehende Billette und Abonnemente sind nicht Bestandteil des Angebots. Wer ein GA besitzt, muss ebenfalls 6 Franken bezahlen. Die Auto AG hatte ursprünglich den Wunsch, dass sich die bedienten Gemeinden Flüelen, Altdorf, Schattdorf, Erstfeld, Silenen, Gurtnellen, Wassen, Göschenen, Spiringen und Unterschächen mit einem Franken pro Einwohner an den Kosten beteiligen. Daraus wurde aber nichts. Es gibt nun einen etwas geringeren Beitrag. Der Kanton übernimmt eine Defizitgarantie bis 5 000 Franken bezüglich Einnahmenrisiko. So verbleibt der Auto AG ein Restbetrag von 8 000 Franken, für den sie vorderhand selber aufkommen muss. Zurzeit werden noch Sponsoren für den Nachtbus gesucht. Bisher ist erst ein Geldgeber mit einem Beitrag von 450 Franken eingestiegen.
Anzufügen ist noch, dass Seedorf und Isenthal sowie Attinghausen und das Urserental kein Interesse am Nachtbus zeigten. Entsprechend werden diese Gemeinden nicht bedient. Bürglen macht im Moment noch nicht mit. Fahrgäste können dort aber selbstverständlich dennoch zu- oder aussteigen.
Einjährige VersuchsphaseDas Nachtbusangebot gilt vorerst für ein Jahr. Danach wird Bilanz gezogen. «Sollte wider Erwarten die Nachfrage gering ausfallen, werden wir das Angebot nach dieser Frist wieder einstellen», sagte Hansjörg Felber. Die Verantwortlichen rechnen mit 1 200 Fahrgästen im Jahr. Das entspricht 23 Personen pro Nacht. Bei der Premiere vom kommenden Samstag auf den Sonntag wird ein grosser Bus eingesetzt, weil in der Fasnachtszeit mit einem grossen Andrang gerechnet wird. Danach wird das Transportmittel der Nachfrage angepasst. Zur Auswahl stehen drei Fahrzeuggrössen. Der Verwaltungsratspräsident ist sich bewusst, dass es eine gewisse Anlaufzeit braucht, bis der Nachtbus in den Köpfen der Zielgruppe verankert ist. Um diesen Prozess zu beschleunigen, werden Flyer gestreut und Plakate aufgehängt. Beide sind vom bekannten Künstler und Grafiker Luca Schenardi gestaltet worden. Zudem wird mit Werbeplakaten auf den Linienbussen auf das neue Angebot aufmerksam gemacht. Und nicht zuletzt erhoffen sich die Verantwortlichen effektive Mund-zu-Mund-Propaganda unter den Nachtschwärmern.
«Innovatives und risikobereites Unternehmen»«Die Auto AG beweist mit dem Nachtbus, dass sie ein innovatives Unternehmen ist, das auch bereit ist, ein gewisses Risiko einzugehen, etwas Neues zu probieren», meinte der Direktionssekretär der Volkswirtschaftsdirektion, Emil Kälin, anerkennend. Tatbeweise in dieser Richtung habe es in jüngster Vergangenheit schon mehrfach erbracht. Emil Kälin erinnerte an die forcierte Flottenerneuerung und die Einführung von Partikelfiltern ohne absoluten Zwang im Sinne einer zukunftsweisenden Investition.
Urs Hanhart