m zeugen davon, dass der Kunstverein im Moment sehr erfolgreich arbeitet. Auch die finanzielle Situation zeigt sich erfreulich.
Das neue Haus für Kunst öffnete vor einem Jahr seine Türen - eine Eröffnung, die beim Kunstverein grosse Spuren hinterlassen hat. Nachdem man 1998 mit viel Engagement im Haus Epp an der Herrengasse in Altdorf die erste eigene ständige Ausstellungsstätte eröffnen konnte, stellt das neue Haus für Kunst im ehemaligen Druckereigebäude an der Herrengasse einen Fortschritt dar. Dies hatte sich auch auf die Besucherzahlen des letzten Jahres ausgewirkt. «Anstelle der 1800 bis 2000 Eintritte der Vorjahre besuchten im vergangenen Jahr 4700 Personen das Haus für Kunst», durfte Präsidentin Barbara Merz der Versammlung mit Stolz verkünden. Auch das umfangreiche Medienecho hätte von der gelungenen Eröffnung gezeugt.
Peter StohlerErstmals in seiner Geschichte konnte der Kunstverein per Anfang März einen eigenen Kurator für das Haus für Kunst anstellen. Die 40-Prozent-Stelle konnte mit Peter Stohler besetzt werden. Peter Stohler stammt aus Belp und hat nach dem Studium der Kunst- und Filmwissenschaft in Zürich, Amsterdam und London bei zahlreichen Ausstellungs- und Publikationsprojekten mitgewirkt. Er befasst sich vor allem mit Gegenwartskunst. Zuletzt arbeitete er am Museum Bellerive in Zürich und als Dozent an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich. 2002 absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum Kulturmanager an der Universität Basel. «Für mich ist es wichtig, dass das Haus für Kunst in Zukunft seine Nische finden wird», erklärte Peter Stohler eines seiner Ziele. Thematische Schwerpunkte sollen bei ihm im Mittelpunkt stehen, wobei er bewusst auch Themen aufgreifen werde, die über die Kunst hinausgreifen. «Es soll ein Austausch zwischen den verschiedenen Gattungen wie Design, Architektur und Kunst stattfinden», führte der neue Kurator weiter aus. Als eines seiner Hauptziele nannte der 38-jährige Kunsthistoriker aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Kulturprojekten und -institutionen. Dabei geht es vor allem darum, das Haus für Kunst besser zu vernetzen und bekannt zu machen.
Erfreuliche FinanzenKassierin Agnes Planzer Stüssi durfte einen guten Rechnungsabschluss präsentieren. Bei einem Aufwand von 321'000 Franken konnte der Kunstverein einen Reingewinn von knapp 20'000 Franken erwirtschaften. Dies ist vor allem auch auf die grösseren Besucherzahlen und den Erfolg des «Urner Krippenspiels» zurückzuführen. Der Verkauf des Hauses Epp schlug sich ebenfalls erfreulich in der Bilanz nieder. Der Verein verfügt nun über Vermögenswerte in der Höhe von knapp 800'000 Franken. Der Erlös aus dem Verkauf des Hauses Epp wird allerdings als zweckgebundene Rückstellung in einen Fonds umgewandelt werden. Ein entsprechendes Fondsreglement, das die Verwendung der Gelder regelt, ist in Ausarbeitung. Die Rückstellungen sollen vor allem aussergewöhnlichen Projekten und dem Unterhalt des neuen Hauses für Kunst zukommen. Die Rechnung und das Budget für das Jahr 2005, das einen ausgeglichenen Rechnungsabschluss vorsieht, wurden einstimmig genehmigt. Auch die Kunst- und Kulturstiftung Heinrich Danioth konnte für das vergangene Jahr einen Vermögenszuwachs von knapp 22'000 Franken verbuchen. Die Rechnung wurde von der Versammlung zur Kenntnis genommen.
Programm 2005«Es bringt nichts, wenn man ein so gut ausgebautes Haus wie das Haus für Kunst leer stehen lässt. Es muss bespielt werden.» So lautete einer der Grundsätze, die Peter Stohler anlässlich der Generalversammlung formulierte. Bereits im Frühjahr konnte diesem Grundsatz nachgelebt werden. Erstmals zeigte die Kunst- und Kulturstiftung Heinrich Danioth ihre Prämierungsausstellung im Haus für Kunst. Im Anschluss an die GV fand auch die Vernissage der Ausstellung «Uri um 1920: Alltag und Avantgarde am Klausen - Die Malerin Erna Schillig» statt. Als weitere Ausstellung wird am 11. August ein bestehendes Projekt des Kunsthauses Liestal für Altdorf adaptiert werden. Unter dem klingenden Namen «Röhrender Hirsch am Bergsee» wird sich das Haus für Kunst mit der Romantik in der Gegenwart beschäftigen. «Die Berge als Ort der Sehnsucht sind auch in der Gegenwartskunst ein immer wiederkehrendes Thema. Altdorf ist der ideale Ort für diese Ausstellung», gab sich Peter Stohler überzeugt.
Neben den Ausstellungen stehen aber auch der Ausbau des museumspädagogischen Angebots (siehe Kasten) und die stärkere Vernetzung des Hauses für Kunst mit den Urner Gemeinden im Vordergrund. «Wir wollen die guten Ansätze der letzten Jahre weiterführen», erklärte Barbara Merz.
Nach 20 Jahren im Vorstand des Kunstvereins trat Kurt Gisler zurück. Barbara Merz verdankte die Verdienste des scheidenden Vorstandsmitgliedes. Die Revisoren Markus Christen und Marie-Theres Sicher wurden in ihren Ämtern bestätigt.
Ralph Aschwanden