Glücklicher Fund für die Urner Urgeschichte

Der Aufmerksamkeit des renommierten Strahlers Heinz Infanger aus Amsteg ist es zu verdanken, dass eine beinahe 8000-jährige Fundstelle in Uri entdeckt und gemeldet wurde.
12.05.2015
Im hintersten Maderanertal, im Gebiet der Stremlücke, wurde ein bedeutender Fund für die Urner Urgeschichte gemacht. Strahlner Heinz Infanger entdeckte eine für die Gegend ungewöhnlich grosse Balm. Darin fand er im Quarzsand des Kluftbodens Holzreste und die Geweihstange eines Rothirsches. Die hoch gelegene Fundstelle (2800 Meter über Meer) liegt auf der Urner Seite der Stremlücke und befindet sich im Firn, der in den letzten 20 Jahren in bedenklichem Ausmass abgeschmolzen ist. «Dies ist sicher der Grund, weshalb die Balm freigegeben wurde. Die Kluft wäre ansonsten mit Sicherheit schon früher entdeckt worden», so Heinz Infanger. Eine Probe des Hirschgeweihs aus der Stremlücke wurde am Labor für Ionenstrahlphysik der ETH Zürich mittels der 14C-Datierung untersucht und ihm ein Alter von 8000 Jahren attestiert - 3000 Jahre älter als «Ötzi». Das Resultat der Altersbestimmung legt die Vermutung nahe, dass die Stremlücke bereits in der Mittelsteinzeit als Übergang zwischen dem Maderaner- und dem Hinterrheintal gedient haben könnte. Die Fundstelle soll noch dieses Jahr von der Kantonsarchäologie Graubünden untersucht, vermessen und dokumentiert werden. Es hat höchste Priorität, möglichst alle noch vorhandenen Spuren zu bergen, zu sichern und für die Nachwelt zu erhalten. Wichtig ist vor allem, dass Funde, auch wenn sie unscheinbar und rätselhaft erscheinen, erkannt und der zuständigen kantonalen Stelle gemeldet werden.

Mehr dazu in der Ausgabe vom 13. Mai 2015.

Walter Imhof/UW


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