Massiver Schaden am Tragseil entdeckt

Die Seilbahn Attinghausen wird bis Mitte Januar 2007 mit nur einer Gondel fahren können. Bei einer technischen Überprüfung wurde eine massive Beschädigung des Tragseiles festgestellt. Die Verantwortlichen wollen kein Risiko eingehen und sperren den Fahrbetrieb auf der linken Spur. Rund ...
28.11.2006
000 Franken soll die Behebung des Schadens kosten.

«Die Sicherheit geht ganz klar vor», sagte der Verwaltungsratspräsident der Luftseilbahn Attinghausen-Brüsti AG, Edy Arnold. «Wir wissen nicht, wie lange das Seil noch halten würde. Vielleicht noch drei Fahrten, vielleicht drei Jahre.» Bei einer technischen Überprüfung der Tragseile der linken Spur wurde eine massive mechanische Beschädigung des Seilmantels festgestellt. Zusammen mit Fachfirmen hat der Verwaltungsrat beschlossen, diese Spur bis auf Weiteres zu sperren. Bis zum 20. Januar 2007 kann das Brüsti nur noch mit einer Gondel erreicht werden. Der Zeitpunkt könnte nicht schlechter sein. Genau über Weihnachten erwartet man jeweils den grössten Besucherandrang.

Im Sommer Kratzspuren entdeckt

Am Donnerstag, 23. November, hat die Fachfirma Fatzer AG aus Romanshorn den Schaden entdeckt. Bei einer technischen Kontrolle wurden insbesondere die Bereiche des Seils untersucht, die auf den Tragseilschuhen liegen und besonders beansprucht werden. Dabei entdeckte man die bis anhin verborgene Beschädigung des Seilmantels. Bereits im Sommer wurden kleinere Kratzspuren bei Unterhaltsarbeiten entdeckt. Die Untersuchung mittels Magnetinduktion brachte aber keine Schäden ans Licht. Erst aufgrund einer gründlichen Sichtkontrolle konnte festgestellt werden, dass eine grössere Beschädigung vorliegt. Sie kann nicht repariert werden. Es musste ein neues, 2300 Meter langes Spezialseil in Auftrag gegeben werden, da dieser nicht ab Lager zu erhalten ist. Die Produktion beginnt in der Weihnachtswoche und dauert zwei Wochen. Die Lieferung des neuen Seils ist auf den 8. Januar 2007 terminiert. Laut Edy Arnold dauert die Montage rund zehn Tage.

Aus der Erfahrung gelernt

«Wir haben sicher auch aus den Erfahrungen anderer gelernt», erklärt Edy Arnold. «Bei der Schilthornbahn kam es zum Riss des Seiles. Dies wollten wir natürlich verhindern.» Die Schilthornbahn musste am 29. Dezember 2005 ihren Betrieb von Mürren aufs Schilthorn einstellen, weil die Ummantelung eines Tragseiles zwischen Mürren und der Zwischenstation Birg gerissen war. Sicherheitshalber wurden damals gleich alle vier Tragseile der betroffenen Sektion erneuert.

57-jähriges Tragseil

Das Tragseil auf der rechten Spur der Brüstiseilbahn ist einwandfrei. Es wurde erst 1995 ersetzt. Das linke Tragseil hingegen wurde 1949 eingesetzt und seither nie mehr gewechselt. Mit verringerter Kapazität kann der Betrieb einspurig weitergeführt werden. «Wir sind natürlich sehr eingeschränkt», so Edy Arnold. Nur gerade drei Gondeln à acht Personen können pro Stunde hochgefahren werden. «Wir müssen uns gerade für die JO-Kurse etwas einfallen lassen», so der Verwaltungsratspräsident weiter. «Wir sind aber überzeugt, diese Herausforderung zu meistern.» Edy Arnold ist aber in erster Linie froh, dass nichts passiert ist. «Die Sicherheit steht an erster Stelle», betonte er erneut.

Harry Tresch


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