Schiessobligatorium und Jagdbeginn im Visier

Der Vorstand der Urner Jägerfamilie mit Sepp Hürlimann an der Spitze bleibt unverändert beisammen. Michael Mattli wird neuer Schiesskommissionspräsident und Max Renggli erster Fähnrich. Anträge zum Beginn der Hochwildjagd und zu einem Schiessobligatorium sorgten am Freitag, 20. April, an ...
23.04.2007
r 101. GV des Urner Jägervereins für Gesprächsstoff.

Präsident Sepp Hürlimann freute sich über den Grossaufmarsch von 276 Jägerinnen, Jägern und Gästen zur 101. Generalversammlung in der Turnhalle Göschenen. Die Organisatoren mit Franz Senn an der Spitze hatten das Tagungslokal in eine kleine Trophäenschau verwandelt und sorgten für eine reibungslose Organisation. Gemeindepräsidentin Trudy Banholzer zeigte sich stolz, die Urner Jägerfamilie speziell begrüssen zu dürfen. Musikalisch umrahmt wurde die Generalversammlung traditionell durch die Jagdhornbläsergruppe Bärgarvä
einerseits und durch das Familienchörli Christoph Mattli, Göscheneralp, andererseits. Der im «Dr Urner Jeger» schriftlich abgefasste Jahresbericht des Präsidenten, der Schiesskommission und der Hegekommission fanden Zustimmung. Das zweitägige Jubiläum mit Fahnenweihe und Jubiläumsbuch sowie die Einweihung der neuen Jagdschiessanlage Standel in Wassen werden in die Geschichte eingehen.

Jubiläum mit Minigewinn

Die Abgänge durch Austritte oder Todesfälle konnten durch 13 Neueintritte kompensiert werden. Der aktuelle Mitgliederbestand beträgt 678 Jägerinnen und Jäger. - Weil die Defizitgarantie des Jubiläums «100 Jahre UJV» nicht benötigt wurde, präsentierte Kassier Bruno Planzer die Vereinskasse mit einem Reingewinn von 2277 Franken wesentlich besser als budgetiert. Bei Kosten von über 100'000 Franken resultierte aus dem Jubiläum am Schluss sogar ein Minigewinn von 50 Franken. Zudem konnte das Jubiläums-OK den Urner Jägerverein mit neuem Vereinsbanner und Jubiläumsbüchern im Wert von über 30 000 Franken beschenken. Mit grossem Applaus wurde das OK «100 Jahre Urner Jägerverein» unter Präsident Peter Cathry entlastet. Eine Vermögensvermehrung von 5152 Franken konnte auch die Schiesskommission bekannt geben, während die Jahresrechnung der Hegekommission einen kleinen Rückschlag von 175 Franken hinnehmen musste.
Wahlen
Die Tatsache, dass der gesamte Vorstand unverändert zusammenbleibt, widerspiegelt die konstruktive und ausgezeichnete Harmonie im Urner Jägerverein. Für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt wurden Präsident Sepp Hürlimann, Vizepräsident Walter Baumann, Kassier Bruno Planzer, Sekretär Stefan Tresch sowie die Mitglieder Bernhard Danioth, Fredy Arnold, Paul Herger, Ady Bissig und André Planzer. In der Schiesskommission war bekannt, dass Präsident Clemenz Hürlimann nach nur einem Jahr Aufbauarbeit aus beruflichen Gründen zurücktreten wird. Einstimmig wurde Michael Mattli, Spiringen, als Nachfolger bestimmt. Die Mitglieder Max Baumann, Hanspeter Dänzer, Edi Epp, Oliver Indergand, Karl Kieliger, Flavio Merenda, Adrian Planzer, Robi Tresch, Kurt Waser und Sepp Zgraggen wurden in globo bestätigt. Mit Sepp Baumann, Marco Naumann, beide Göschenen, sowie Manfred Schmid, Hospental, wurde die Schiesskommission mit drei zusätzlichen Mitgliedern verstärkt.
Auch die Hegekommission, die mit Peter Indergand an der Spitze erneut ausgezeichnete Arbeit leistete, blieb unverändert beisammen. Jäger, Hegeleute, Wildhut und Freiwillige leisteten im vergangenen Jahr 2600 Arbeitsstunden, und die Trophäenschau konnte erneut auf die Mithilfe der Hegekommission zählen. Als Ersatz für die abtretenden Revisoren Sepp Zgraggen und Alois Zurfluh wurden Christian Arnold, Bürglen, und Wisi Marty, Altdorf, bestimmt. Mit Max Renggli, Schattdorf, wurde erstmals in der Geschichte ein Fähnrich gewählt.

Anträge sorgten für Gesprächsstoff

Wie erwartet sorgten die traktandierten Anträge für Gesprächsstoff. Dem Antrag von Michael Zurfluh, Isenthal, den Beginn der Hochwildjagd wieder auf den 10. September festzusetzen, wurden gleich drei Anträge gegenübergestellt. Der Vorstand wollte die aktuelle Lösung «Montag vor dem 10. September» beibehalten. Hans Furrer, Erstfeld, plädierte für den zweiten Montag im September und Oskar Bachmann, Schattdorf, machte sich für den Montag in der Woche 37 stark. Nach verschiedenen Voten wurden die Vorschläge gegenübergestellt, am Schluss blieb der Stichentscheid zwischen der aktuellen Lösung und Variante Hans Furrer. Mit 148 zu 70 Stimmen entschied man sich für die Variante von Hans Furrer. Dies ist aber lediglich eine Meinungsbildung der Versammlung, der Vorschlag oder der Antrag «die Hochwildjagd künftig am zweiten Montag im September zu eröffnen» geht nun an die Jagdkommission, die schlussendlich darüber entscheiden wird.
Der zweite Antrag, die Archivierung der Vereinsakten im Staatsarchiv zu realisieren, fand unumstrittene Zustimmung. Brisanter ging es beim dritten Antrag los, dem Vorstand grünes Licht zu erteilen, an der nächsten GV eine Variante Schiessobligatorium zu unterbreiten. Begründet wurde der Antrag von Sepp Hürlimann wie folgt: «Bund und Verbände befürworten ein Obligatorium, und viele Kantone haben mit der Pflicht bereits gute Erfahrungen gesammelt. Mit dem Beweis an die Öffentlichkeit, dass alle Urner Jäger mit eingeschossenen Jagdwaffen weidmännisch auf die Pirsch gehen, könnte man das Image des Jägers nur aufpolieren.» Nach verschiedenen Pro und Kontras entschied die Versammlung grossmehrheitlich, dem Vorstand grünes Licht zu erteilen, auf die GV 2008 einen einfachen Vorschlag für ein mögliches Schiessobligatorium zu unterbreiten.

«Tag der offenen Tür» am 12. Mai

Die Bevölkerung von nah und fern ist eingeladen, am 12. Mai in Wassen die moderne Jagdschiessanlage Standel mit Pistolenstand der Kantonspolizei Uri zu besichtigen. Obwohl die Schlussabrechnung erst an der kommenden GV vorliegen wird, orientierte Baukommissionspräsident Walter Baumann kurz über das baulich abgeschlossene Projekt. «Auch wenn verschiedene Dinge wesentlich besser als ursprünglich geplant, realisiert wurden, hatte die Baukommission die Kosten jederzeit im Griff», meinte Walter Baumann. Einen grossen Dank richtete er an alle Beteiligten, speziell an Projektplaner Remo Gamma.
Jagdverwalter Josef Walker orientierte über die Jagdstrecke 2006 und über diverse Statistiken und Tendenzen der vergangenen Jahre. Werner Herger, der Obmann der Jagdhornbläsergruppe Bärgarvä, bedankte sich bei allen Gönnern und machte Werbung für neue Mitglieder und für die Teilnahme an der Hubertusmesse vom 27. Oktober in Flüelen.
Für 25 Jahre Verbandszugehörigkeit wurden Armin Nager, Andermatt, Hans-Werner Nager, Realp, Alois Tresch, Bristen, und Hans Furrer, Erstfeld, zu Freimitgliedern ernannt. Die Grüsse des Dachverbandes des Schweizerischen Patentjäger- und Wildschutzverbandes überbrachte Präsident Albert Stössel. Unter anderem forderte er die Urner Jäger auf, möglichst zahlreich am Jubiläum «125 Jahre Jagd Schweiz», am 16. Juni in Château-d'Oex, teilzunehmen. Sicherheitsdirektor Josef Dittli zeigte sich zufrieden mit der Urner Jägerfamilie. Er bestätigte, dass es bei der Jagdverwaltung aktuell «verschiedene Baustellen» gibt und freute sich über die Kompetenz an den Vorstand, einen Vorschlag zur Jagdschiesspflicht auszuarbeiten. Andere Themen seien die Schaffung von neuen Wildruhezonen im Schächental, die Diskussion um die Hirschnachjagd, und schlussendlich müsse das Regelwerk Gämsjagd unter die Lupe genommen werden, denn Uri sei der letzte Kanton, der ausschliesslich mit dem Krickelmass Gämsjagd betreibe.

Georg Epp


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