«Wer sich nicht bewegt, kommt nie ins Ziel»

An der gewerblichen Lehrabschlussfeier vom Mittwoch, 29. Juni, im Theater(uri) in Altdorf ging es recht sportlich zu und her, zumindest was das Rhetorische anbelangte. Von den 99 Absolventinnen und Absolventen musste niemand den Besenwagen in Anspruch nehmen. Alle erreichten das Etappenziel ...
01.07.2005
eidgenössischer Fähigkeitsausweis.

Landammann Josef Arnold verglich die für rund 100 Lernende aus dem gewerblichen Sektor soeben zu Ende gegangene Lehrzeit in seiner Rede mit der Tour de Suisse. «Heute stehen Sie alle als Siegerinnen, Sieger der Etappe Berufsbildung fest - dabei stehen nicht nur einzelne, sondern Sie alle auf dem Podest», meinte er zu den jungen Berufsleuten.
Nicht alle hätten sich immer an der Spitze des Feldes aufgehalten. Wer aufgehört habe zu treten und dabei weit zurückgefallen sei, den hätten die Verantwortlichen im Ausbildungsbetrieb, die Lehrpersonen oder gar der Rektor freundlich aber bestimmt «zurückgeholt» und zu zusätzlichen Trainings aufgeboten. Der Besenwagen jedenfalls sei nicht beansprucht worden.
Der Bildungs- und Kulturdirektor bat die jungen Damen und Herren, den Etappenort Uri nicht zu vergessen. «Holen Sie sich auswärts Erfahrungen und Kompetenzen - dabei würde es mich freuen, wenn auch Ihre Etappen wieder in den Kanton Uri führen. Denn Uri braucht Sie mit ihren Stärken und Fähigkeiten.» Den Urnerinnen und Urnern werde nachgesagt, so Josef Arnold weiter, dass sie als zäher und widerstandsfähiger Menschenschlag gelten. Sie seien zuverlässig und auf sie sei Verlass. Genau diese Trumpfkarten gelte es künftig noch mehr auszuspielen.

Nicht stehen bleiben

Rektor Walter Bachmann forderte die jungen Berufsleute auf, nicht stehen zu bleiben, sich stattdessen folgende Sportlerweisheit zu beherzigen: «Wer sich nicht bewegt, kommt nie ins Ziel!» Heute würden die Absolventinnen und Absolventen ihren Siegeskranz, ihr Diplom als gelernte Berufsfrau oder gelernter Berufsmann erhalten. Damit könnten sie in eine höhere Liga aufsteigen. Zum Erreichen der höchsten Spielklasse brauche es aber noch viel Zeit, Energie und Weiterbildungsanstrengungen.

Zahlreiche Spitzenresultate

Vor dem Überreichen der Fähigkeitsausweise gab Walter Bachmann seiner Freude darüber Ausdruck, dass in diesem Jahr besonders viele Spitzenresultate erzielt worden sind. Von den insgesamt 99 Kandidatinnen und Kandidaten schlossen immerhin 44 mit der Note 5,0 und besser ab. Bester überhaupt war der Unterschächner Daniel Arnold, der seine Schreinerlehre bei der Schuler Holzbau GmbH in Bürglen absolviert hatte und die Traumnote 5,6 erzielte. Bei den Berufen mit dreijähriger Lehrzeit teilten sich die Maurer Ruedi Imholz, Schattdorf (Lehrgeschäft: Robert Gamma AG, Schattdorf), Marco Indergand, Bürglen (Genossenschaft für landwirtschaftliches Bauen, Seedorf), und Franz Zurfluh, Attinghausen (Josef Baumann AG, Altdorf), mit jeweils der Note 5,4 den 1. Platz. Ebenfalls mit 5,4 schloss die Seedorfer Maurerin Irene Arnold ab, die ihre Lehrabschlussprüfung im Fach Allgemeinbildung abgelegt hatte.
Zum Schluss relativierte der Rektor die Bedeutung der Noten: «Gerade in diesem Jahr gab es einige, die nur dank ihrem beispielhaften Einsatz während der ganzen Lehrzeit die rettende Note 4 erreicht haben. Sie dürfen ihr Fähigkeitszeugnis mit besonderer Befriedigung entgegennehmen.» Am wichtigsten sei, dass jede und jeder die persönlich bestmögliche Leistung erbracht habe.
Josef Denier, während zwei Jahrzehnten Fachlehrer für angehende Coiffeusen und Coiffeure, und Paul Ziegler, 36 Jahre lang Fachlehrer für Schreiner-«Stifte», wurden an der Schlussfeier unter Verdankung der für die Gewerbliche Berufsschule Uri geleisteten Arbeit aus dem Lehrkörper verabschiedet. Beide treten in den wohl verdienten Ruhestand.
In knapp zwei Monaten findet wiederum im Theater(uri) der zweite Teil der gewerblichen Lehrabschlussfeier statt. Am 26. August werden all jene ihren Fähigkeitsausweis erhalten, die auswärtige Berufsschulen besucht haben.

Urs Hanhart


Meistgelesen

  • 01Göschener Gemeindepräsident tritt per sofort zurück
  • 02Gemeindeversammlung lehnt Teilrevision der Nutzungsplanung «Nätschen» ab
  • 03Alpabzug wird 2026 nicht durchgeführt
  • 04Urner Regierung spricht 100'000 Franken für «Max der Uristier»
  • 05Kollegitheater überzeugt mit neuem Stück und starkem Auftritt
  • 06Spitzenathleten massen sich im Urserntal