eidgenössischer Fähigkeitsausweis.Landammann Josef Arnold verglich die für rund 100 Lernende aus dem gewerblichen Sektor soeben zu Ende gegangene Lehrzeit in seiner Rede mit der Tour de Suisse. «Heute stehen Sie alle als Siegerinnen, Sieger der Etappe Berufsbildung fest - dabei stehen nicht nur einzelne, sondern Sie alle auf dem Podest», meinte er zu den jungen Berufsleuten.
Nicht alle hätten sich immer an der Spitze des Feldes aufgehalten. Wer aufgehört habe zu treten und dabei weit zurückgefallen sei, den hätten die Verantwortlichen im Ausbildungsbetrieb, die Lehrpersonen oder gar der Rektor freundlich aber bestimmt «zurückgeholt» und zu zusätzlichen Trainings aufgeboten. Der Besenwagen jedenfalls sei nicht beansprucht worden.
Der Bildungs- und Kulturdirektor bat die jungen Damen und Herren, den Etappenort Uri nicht zu vergessen. «Holen Sie sich auswärts Erfahrungen und Kompetenzen - dabei würde es mich freuen, wenn auch Ihre Etappen wieder in den Kanton Uri führen. Denn Uri braucht Sie mit ihren Stärken und Fähigkeiten.» Den Urnerinnen und Urnern werde nachgesagt, so Josef Arnold weiter, dass sie als zäher und widerstandsfähiger Menschenschlag gelten. Sie seien zuverlässig und auf sie sei Verlass. Genau diese Trumpfkarten gelte es künftig noch mehr auszuspielen.
Nicht stehen bleibenRektor Walter Bachmann forderte die jungen Berufsleute auf, nicht stehen zu bleiben, sich stattdessen folgende Sportlerweisheit zu beherzigen: «Wer sich nicht bewegt, kommt nie ins Ziel!» Heute würden die Absolventinnen und Absolventen ihren Siegeskranz, ihr Diplom als gelernte Berufsfrau oder gelernter Berufsmann erhalten. Damit könnten sie in eine höhere Liga aufsteigen. Zum Erreichen der höchsten Spielklasse brauche es aber noch viel Zeit, Energie und Weiterbildungsanstrengungen.
Zahlreiche SpitzenresultateVor dem Überreichen der Fähigkeitsausweise gab Walter Bachmann seiner Freude darüber Ausdruck, dass in diesem Jahr besonders viele Spitzenresultate erzielt worden sind. Von den insgesamt 99 Kandidatinnen und Kandidaten schlossen immerhin 44 mit der Note 5,0 und besser ab. Bester überhaupt war der Unterschächner Daniel Arnold, der seine Schreinerlehre bei der Schuler Holzbau GmbH in Bürglen absolviert hatte und die Traumnote 5,6 erzielte. Bei den Berufen mit dreijähriger Lehrzeit teilten sich die Maurer Ruedi Imholz, Schattdorf (Lehrgeschäft: Robert Gamma AG, Schattdorf), Marco Indergand, Bürglen (Genossenschaft für landwirtschaftliches Bauen, Seedorf), und Franz Zurfluh, Attinghausen (Josef Baumann AG, Altdorf), mit jeweils der Note 5,4 den 1. Platz. Ebenfalls mit 5,4 schloss die Seedorfer Maurerin Irene Arnold ab, die ihre Lehrabschlussprüfung im Fach Allgemeinbildung abgelegt hatte.
Zum Schluss relativierte der Rektor die Bedeutung der Noten: «Gerade in diesem Jahr gab es einige, die nur dank ihrem beispielhaften Einsatz während der ganzen Lehrzeit die rettende Note 4 erreicht haben. Sie dürfen ihr Fähigkeitszeugnis mit besonderer Befriedigung entgegennehmen.» Am wichtigsten sei, dass jede und jeder die persönlich bestmögliche Leistung erbracht habe.
Josef Denier, während zwei Jahrzehnten Fachlehrer für angehende Coiffeusen und Coiffeure, und Paul Ziegler, 36 Jahre lang Fachlehrer für Schreiner-«Stifte», wurden an der Schlussfeier unter Verdankung der für die Gewerbliche Berufsschule Uri geleisteten Arbeit aus dem Lehrkörper verabschiedet. Beide treten in den wohl verdienten Ruhestand.
In knapp zwei Monaten findet wiederum im Theater(uri) der zweite Teil der gewerblichen Lehrabschlussfeier statt. Am 26. August werden all jene ihren Fähigkeitsausweis erhalten, die auswärtige Berufsschulen besucht haben.
Urs Hanhart