«Das Ziel ist es, das Kino in Altdorf als kulturelle Begegnungsstätte zu erhalten», sagt die Besitzerin des Kino Leuzingers, Marianne Hegi. Zurzeit ist die Zukunft jedoch unklar. Es ist abhängig davon, ob das renovationsbedürftige Kino umbgebaut werden kann. Noch fehlen 600`000 Franken von insgesamt 2,6 Millionen. Diese Investition ist wichtig, denn ohne die Renovation dürfte ein Kinobesuch in Altdorf bald der Vergangenheit angehören. Das Gebäude ist in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr den heutigen Standarts. Man will den Charakter des architektonisch interessanten Gebäudes wahren. Es bedarf einer Grundsanierung, die unter anderem eine Dach- und Fassadensanierung, eine Anpassung des Eingangs- und Schalterbereichs, wärmetechnische Massnahmen, eine neue Bestuhlung sowie eine Erneuerung der Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen vorsieht.
Einen genauen Fahrplan für die Umsetzung ist an die Finanzierung gebunden. «Das ist abhängig davon, wie schnell man das nötige Geld besorgen kann», sagt Marianne Hegi. Und dies sei keine leichte Aufgabe. Im Moment sei man daran, mit einem Patronatskomitee Sponsorinnen und Sponsoren zu suchen, die sich mit einem Beitrag an der Renovation beteiligen. Zudem konnte Marianne Hegi die Liegenschaft erst vergangenen Sommer von der Erbengemeinschaft käuflich erwerben. «Erst jetzt kann mit der Detailplanung begonnen werden», so Marianne Hegi.
Teurer als angenommenBereits seit geraumer Zeit plant man den Umbau des Cinemas Leuzinger. «Seit genau fünf Jahren warte ich darauf, dass etwas passiert», sagt der Geschäftsführer des Cinemas Leuzinger, Oliver Steck. Der Bund, der Kanton und die Gemeinde Altdorf haben ihre Unterstützung zugesagt. Vom Bund wurden 700`000, vom Kanton 100`000 und von der Gemeinde (Beschluss der Dorfgemeinde vom 17. November 2005) 80`000 Franken zugesprochen. «Es war geplant, Anfang Februar letzten Jahres umzubauen», sagt Oliver Steck. «Doch nach einer ersten groben Kostenschätzung folgte die Feinplanung, und diese zeigte, dass das Geld nicht ausreichen wird.» Somit blieben die Arbeiten ein weiteres Mal aus.
Geduld am EndeFür Oliver Steck ist es nun genug. Er verlässt den Betrieb. Über zwölf Jahre lang war er für das Cinema Leuzinger tätig gewesen. Im vergangenen Sommer hat er seine Kündigung eingereicht. Es gebe mehrere Gründe dafür. Zum einen sei es sehr anstrengend, sieben Tage die Woche im Kino präsent zu sein, zum andern wolle auch er wieder einmal andere Institutionen besuchen und selbst Kultur erleben.
Ein weiterer und wichtiger Grund seien aber auch die langjährigen Verzögerungen des Umbaus. «Meine Geduld ist am Ende», so Oliver Steck. Zu lange wurde er vertröstet. Zu viele Male wurden Renovationstermine hinausgeschoben. «Ich kann den Besitzern keine Vorschriften machen, aber ich kann meine Konsequenzen daraus ziehen», so Oliver Steck. Bis Ende Februar wird er seine Arbeit noch weiterführen, danach ist endgültig Schluss. Er habe seine Arbeit immer geschätzt und hätte den Bettel nicht hingeworfen, wären einige Dinge anders gelaufen. Er hat Pläne für die Zukunft.
Kino bleibt geöffnetDerweil bleibt für das Kino die Zukunft unklar. Aus diesem Grund konnte bis heute noch kein Nachfolger für Oliver Steck gesucht werden. «Die Neuausrichtung des Arbeitsplatzes ist abhängig vom endgültigen Konzept, und das wiederum von der Finanzierung», so Marianne Hegi. Dank der spontanen Bereitschaft des Personals in Altdorf könne man in der Übergangsphase das Kino weiter betreiben. Der Dank gehe aber auch an Oliver Steck, der während seiner langjährigen Tätigkeit hervorragende Arbeit geleistet habe. Marianne Hegi bedauert den Entscheid von Oliver Steck den Betrieb zu verlassen.
Harry Tresch